Das Johannisfest 2026 hat vom 18. bis 22. Juni stattgefunden.
Einmal im Jahr - meistens am ersten Wochenende im Juli - befindet sich Eschwege "im Ausnahmezustand" beim Johannisfest. Fünf Tage lang ist das gesamte Leben in der Stadt auf dieses traditionelle Fest fixiert, die Vorbereitungen in den Schulen und Vereinen nehmen Wochen in Anspruch.
Kaum ein Eschweger, der in diesen Tagen die Stadt verlässt, kaum ein ehemaliger Eschweger, der in diesen Tagen nicht in seine Heimatstadt zurückkehrt. Aber nicht nur die Eschweger selbst, auch die Freunde aus den Partnerstädten, von den Patenschiffen und viele Begeisterte aus dem gesamten Bundesgebiet nutzen die Festtage für ein Wiedersehen mit den Menschen in und um Eschwege.
Motiv der Johannisfestplakette: „100 Jahre Johannisfestreiter“
Mit ihren Fanfarenstößen verkünden sie seit 1926, dass das „Fest der Freuden“ bevorsteht. Während des Johannisfestes sind sie an allen Tagen im Stadtbild präsent und aus dem Festgeschehen nicht wegzudenken. Sie sorgen für ein echtes Johannisfestgefühl.
Motto des Sonntagsfestzuges „Schlagzeilen: gestern, heute, morgen“
Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Medien, Berichterstattung und Schlagzeilen im Wandel der Zeit – angelehnt an das Jubiläum „200 Jahre Eschweger Zeitungswesen“.
Ab 18:00 Uhr besuchen am Freitagabend viele tausend Besucherinnen und Besucher und Gäste aus nah und fern die blau-weiß geschmückte Eschweger Innenstadt und genießen die fröhliche Feststimmung. Der köstliche Duft von Bratwürstchen zieht durch die Gassen und die Trommeln und Fanfaren lassen die Luft erfüllt klingen.
Beim Stadtfest in der Eschweger Altstadt wird von zahlreichen Bühnen mit großartigen Acts bis hin zu einer Vielzahl von köstlichen Speisen- und Getränkeangeboten ein vielfältiges Angebot geboten.
Standort | Veranstaltung/Band | Musikrichtung |
|---|---|---|
Marktplatz | Mr. Feelgood – die | Mr. Feelgood – die Stadlrogga sorgen mit einem mitreißenden Mix aus Top-40-Hits,Partyklassikern, Schlagern sowie Rock und Popmusik für beste Stimmung. |
Marktstraße | Nachtexpress | Nachtexpress – das sind Caro und Niklas: Live-Gesang trifft auf DJ-Sound. Mit einem Mix aus vielen Musikrichtungen ist beste Partystimmung garantiert. |
Aula der | Eine kleine Nachtmusik | Von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr findet unter der Leitung von Sören Gehrke das traditionelle Serenadenkonzert statt. |
Hospitalplatz | Live-Musik von der Kulturinitiative Jugendzentren Eschwege e.V. |
Die KJE-Bühne steht unter dem Titel „Johannis-Festival“ und mit dabei sind sechs Bands: Jungfrau Männlich Deluxe, |
Schulberg |
|
Am Nachmittag und frühen Abend (zwischen 16:00 und 19:00 Uhr freut sich die „Schule für Musik“, sich im Rahmen des Johannisfestes auf dem Schulberg präsentieren zu dürfen. Ab 20:30 Uhr spielen acoustication & friends, die schon im vergangenen Jahr den Schulberg gerockt haben. |
Zille (Unter den Kaskaden) | DJ C-Age | DJ C-Age steht für energiegeladene Sets, starke Old-School-Vibes und Black Music. Mit Erfahrung aus Jahrzehnten |
Stad | D.C.K. | D.C.K. bringt mit bis zu sieben Musikerinnen und Musikern Pop, Rock, Dance und Charts auf die Bühne. Kraftvolle Liveshows, exible Besetzung und beste Stimmung für jedes Event. |
Obermarkt/ Familienbüro | Verschiedene Aktionen für Familien | Von 16:30 Uhr bis ca. 19:30 Uhr wartet ein abwechslungsreicher Nachmittag direkt vor dem Familienbüro: |
Obermarkt | Pille Palle | Pille Palle sorgen mit Rock und Pop, ergänzt durch vereinzelte Schlagerhits, für gute Laune und echte Partystimmung. |
Marktkirche | Kantorei Eschwege | ab 18:00 Uhr Auftakt „Unter der Linde“, geselliges Beisammensein für Jung und Alt und Offene Kirche |
Ecke Forstgasse | Querbeats | Querbeats liefern einen bunten Mix aus Rock, Pop, Schlager und Volksmusik – abwechslungsreich und perfekt für jede Generation. |
Der Förderverein Eschweger Johannisfest wurde 2024 gegründet, um das traditionsreiche Altstadtfest am Johannisfest-Freitag aktiv zu unterstützen. Mit rund 50 Mitgliedern und wachsender Beteiligung engagiert sich der Verein für die Organisation von Livemusik, die Förderung des Gemeinschaftsgefühls und den Erhalt der Festtradition.
Ein wichtiger Beitrag ist der Verkauf der Johannisfest-Bändchen. Mit jedem Bändchen unterstützen Besucherinnen und Besucher die Finanzierung von Live-Bands, Bühnen und einem lebendigen Altstadtfest. Gemeinsam machen wir das Johannisfest möglich – für Eschwege und für alle.
Nr. | Highlight |
|---|---|
1. | Solarwheel – Riesenrad von Wegener |
2. | Formel 1 – Autoscooter von Schneider |
3. | Mama Caramba – Fahrgeschäft von Jansen |
4. | Ghost – Der Geisterdschungel von Burghard |
5. | Starlight - Der Musik-Express Berg- und Talbahn vom Schaustellerbetriebe Beinhorn |
6. | Tiki Ball – Kinderfahrgeschäft von Weber |
7. | Sahararally – Kinderfahrgeschäft von Huber |
8. | Rio - Geisterbahn von Burghard und Sohn |
9. | Berger´s Traumwelt – Kinderfahrgeschäft von Berger |
10. | Wellenflug – Kettenkarussell vom Schaustellerbetriebe Wendler |
11. | Jetlag – Fahrgeschäft von Weber |
12. | Scirocco – Familienfahrgeschäft von Schellberg |
13. | Tom der Tiger – Kinder-Achterbahn von Wegener |
14. | Break Dance Nr.1 – Fahrgeschäft von Freizeittechnologie Grünberg-Kaiser |
15. | Truck-Stop – Kinderfahrgeschäft von Hirsch |
16. | Time Travel – Simulatoren von Burghard |
17. | Hypnotizer – Fahrgeschäft von Thelen |
18. | Crazy Jump – Trampolinspringen von Seitz |
19. | Kinderkarussell vom Schaustellbetrieb Tober |
20. | Glas Werk – Glasirrgarten von Ulrich |
Alle Besucherinnen und Besucher aus nah und fern können sich auf einen attraktiven Festplatz mit spektakulären Fahr- und Belustigungsgeschäften für Jung und Alt freuen.
Tag | Betrieb |
|---|---|
Freitag | Familientag von 15:00 Uhr bis 21:00 Uhr |
Samstag | von 15:00 Uhr - 02:00 Uhr |
Sonntag | mit Eintreffen des Festzuges - 02:00 Uhr |
Montag | ab 12:00 Uhr - 02:00 Uhr |
Das Johannisfest ist eines der größten Stadtfeste in Nordhessen und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Eschweger Innenstadt. Damit das Fest sicher und geordnet stattfinden kann, wurde das Sicherheits- und Verkehrskonzept für 2026 gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst.
Das Sicherheits- und Verkehrskonzept wurde entwickelt, weil beim Johannisfest sehr viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Um diese besondere Situation sicher zu gestalten, müssen Verkehrswege, Sperrzeiten und Einsatzabläufe klar geregelt sein.
Die Stadt Eschwege arbeitet dabei eng mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zusammen. Das Konzept berücksichtigt aktuelle Sicherheitsvorgaben ebenso wie Erfahrungen aus den vergangenen Jahren und sorgt dafür, dass im gesamten Veranstaltungsbereich jederzeit geordnet und schnell reagiert werden kann.
Das Johannisfest hat für Eschwege eine große kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung und ist fest in der Tradition der Stadt verankert. Auch wenn die Sicherheitsanforderungen in den letzten Jahren gestiegen sind, hat sich die Stadt bewusst entschieden, das Fest weiterhin durchzuführen.
Durch ein angepasstes Sicherheitskonzept ist es möglich, die Veranstaltung verantwortungsvoll zu gestalten und gleichzeitig den Charakter des Festes zu erhalten.
Im Rahmen des Sicherheitskonzepts wird erneut eine temporäre Behelfsbrücke über die Werra errichtet. Diese Brücke ist ausschließlich für Einsatzkräfte vorgesehen und dient Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten als wichtiger Bestandteil der Einsatz- und Evakuierungsplanung.
Sie ermöglicht im Ernstfall schnelle Verbindungen zwischen den beiden Uferbereichen und trägt damit wesentlich zur Sicherheit des gesamten Festes bei.
Nein, die Behelfsbrücke darf während ihrer Standzeit nicht unterfahren werden. Das gilt für alle Wasserfahrzeuge wie Kanus, Ruderboote oder vergleichbare Sportboote.
Wassersportlerinnen und Wassersportler müssen vor der Brücke anlanden und ihre Boote umtragen. Diese Regelung dient der Sicherheit und muss zwingend eingehalten werden.
Es gelten feste Sperrzeiten, während derer kein Fahrzeugverkehr auf dem Werdchen und in der Mangelgasse zugelassen ist – auch nicht für Anwohnerinnen und Anwohner, Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer oder Lieferfahrten.
Im Bereich des Werdchens und der Mangelgasse gelten während des Johannisfestes feste Sperrzeiten, in denen kein Fahrzeugverkehr möglich ist. Diese Regelung betrifft ausnahmslos alle Fahrzeuge, also auch Anwohner- und Lieferverkehr.
Sperrzeiten 2026:
Nein, während der Sperrzeiten ist jeglicher Fahrzeugverkehr im Bereich der Mangelgasse und des Werdchens nicht möglich. Auch Ausnahmegenehmigungen können in diesen Zeitfenstern nicht genutzt werden.
Diese Regelung ist notwendig, um den Veranstaltungsbereich vollständig zu sichern und jederzeit freie Rettungswege zu gewährleisten.
Während des Johannisfestes kommt es in der gesamten Innenstadt zu zeitlich gestaffelten Sperrungen. Diese betreffen insbesondere die Tage der Eröffnung sowie die Haupttage mit Umzügen und Veranstaltungen.
Donnerstag, 18.06.
• 17:00–19:00 Uhr: Marktplatz (Eröffnung)
Freitag, 19.06.
• ab 15:00 Uhr: Vollsperrung Innenstadt inkl. Hospitalplatz
Samstag, 20.06.
• 08:00–11:00 Uhr: Maienumzug
• bis ca. 16:00 Uhr: Innenstadt gesperrt (Platzkonzert)
Sonntag, 21.06.
• 12:00–16:00 Uhr: Festumzug
Die Sperrungen betreffen dabei auch angrenzende Bereiche der Innenstadt, die während der Veranstaltungen nicht durchgehend befahrbar sind.
Während der Umzüge werden zentrale Bereiche der Innenstadt vollständig gesperrt, da sich dort die Aufstellungs- und Zugstrecken befinden. Betroffen sind insbesondere die Innenstadt selbst sowie angrenzende Bereiche wie Unter dem Berge, Vor dem Brückentor und der Mühlgraben.
Die Zufahrt ist während dieser Zeiten nur eingeschränkt bis zu definierten Punkten im Randbereich möglich. Die genaue Verkehrsführung wird vor Ort entsprechend ausgeschildert und durch Ordnungskräfte begleitet.
Der Maienumzug muss im Jahr 2026 aufgrund von Bauarbeiten im Bereich Alter Steinweg angepasst werden. Hintergrund ist ein Brandereignis im Winter 2025, das umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig gemacht hat.
Da die gewohnte Strecke durch die Neustadt dadurch nicht nutzbar ist, wurde eine alternative Route entwickelt, die weiterhin eine sichere und festliche Durchführung des Umzugs ermöglicht.
Entlang der neuen Strecke werden Halteverbote eingerichtet, und die Umzugsroute wird während der Durchführung durch Ordnungskräfte abgesichert.
Wir bitten alle Anwohnerinnen und Anwohner ausdrücklich, die eingerichteten Halteverbote und Verkehrsregelungen zu beachten und die Bereiche rechtzeitig freizuhalten, damit ein sicherer und reibungsloser Ablauf des Umzugs gewährleistet werden kann.
Im Festzelt steht die Sicherheit aller Gäste im Vordergrund. Speisen sollten daher möglichst vorbereitet und vorgeschnitten mitgebracht werden, um den Umgang mit Messern zu vermeiden. Das Mitführen von Messern im Festzelt ist nicht erlaubt.
Für kleinere Vorbereitungen steht ein Schneidservice direkt im Zelt zur Verfügung. Einwegbesteck kann genutzt werden, und für eine saubere Entsorgung stehen Müllbehälter bereit. Bitte bringen Sie nach Möglichkeit zusätzliche Müllsäcke mit.
Die Stadt empfiehlt, möglichst auf das Auto in der Innenstadt zu verzichten. Stattdessen sollten Besucherinnen und Besucher die Parkplätze außerhalb des direkten Festbereichs nutzen und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen.
Auch die Anreise mit dem Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften ist sinnvoll. Während der Sperrzeiten kann es in der Innenstadt zu erheblichen Einschränkungen kommen, weshalb eine frühzeitige Anreise empfehlenswert ist.
Während des gesamten Festes sind Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und ein professioneller Sicherheitsdienst im Einsatz. Diese Kräfte arbeiten eng zusammen und sind im gesamten Veranstaltungsbereich präsent.
Die Einsatzkräfte sind so organisiert, dass sie jederzeit schnell reagieren und Besucherinnen und Besucher im Bedarfsfall unterstützen können.
Im Festbereich stehen mehrere Anlaufstellen zur Verfügung, darunter Informations- und Sanitätsstationen. Dort erhalten Besucherinnen und Besucher Unterstützung bei kleineren Verletzungen oder Fragen.
In medizinischen Notfällen oder akuten Gefahrensituationen sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Nein. Grundsätzlich besteht ein Verbot für Drohnenflüge über Menschenansammlungen. Dies betrifft insbesondere Bereiche entlang der Umzugsstrecken sowie die Veranstaltungsflächen.
Darüber hinaus gelten – abhängig von der Drohnenklasse und der jeweiligen Einsatzkategorie – gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstände zu unbeteiligten Personen, um Risiken durch technische Defekte oder Abstürze zu minimieren.
Das Johannisfest lebt von einem respektvollen und rücksichtsvollen Miteinander. Alle Besucherinnen und Besucher werden gebeten, Sperrungen und Hinweise zu beachten sowie den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.
Nur durch umsichtiges Verhalten aller Beteiligten kann das Fest sicher und erfolgreich stattfinden.
Weitere Fragen?
Eine Übersicht über die Veranstaltungen an den einzelnen Festtagen finden Sie auf dieser Seite.
Das Fest wird am Donnerstag durch einen Johannisfestreiter mit hellem Fanfarenklang ankündigt. Das "Fest der Freuden" beginnt. Die offizielle Eröffnung durch den Bürgermeister und den Festwirt erfolgt ebenfalls am Donnerstagabend im Festzelt auf dem Festplatz mit einem Konzert volkstümlicher populärer Musik.
Am Freitagnachmittag haben die Schausteller ab 15:00 Uhr zu einem Familientag auf den Festplatz eingeladen. Dann können Besucher ob groß oder klein zu ermäßigten Preisen den Festplatz erleben. Am Freitagabend ab 18:00 Uhr drängen sich parallel zu dem Festplatzbetrieb in den Straßen und Gassen der Innenstadt bis Samstagmorgen, 2:00 Uhr, Besucher aus nah und fern. An zahlreichen Stellen spielen Musikgruppen für jedermanns Geschmack und für Essen und Trinken ist bestens gesorgt.
Der eigentliche Kern des Festes ist der Maienzug am Samstag, wenn die Schüler frisches Birkengrün in die Stadt tragen und den Eindruck eines wandelnden Waldes auf dem Marktplatz vermitteln. Am Samstag Nachmittag startet der Betrieb auf dem Festplatz Werdchen mit zahlreichen Fahrgeschäften, Buden und im Festzelt.
Der Sonntag steht im Zeichen des großen Festumzuges, der durch die Schülerinnen und Schüler - entsprechend dem im Frühjahr durch die Johannisfestkommission festgelegten Motto - ausgeschmückt wird. Das Ziel des Festzuges ist der Festplatz, wo nach dem Eintreffen des Festzuges die Schausteller ihre Geschäfte öffnen.
Der Montag ist vor allem Treffpunkt für die Einheimischen im Festzelt und am Montagabend gilt es noch einmal, die Angebote auf dem Festplatz zu nutzen, bevor mit einem großen Feuerwerk das Fest der Eschweger zu Ende geht.
Seit "undenklichen Jahren" soll es in der Stadt der Dietemänner gefeiert worden sein, das Eschweger Johannisfest (oder "Hänschenfest", wie es manche etwas spöttisch, aber liebevoll nennen). Fast alle Eschweger Heimatforscher haben sich mit dem Fest und dessen historischen Ursprung befasst, aber erst vor wenigen Jahren hat es Dr. Erich Hildebrand vermocht, etwas Licht in die dunklen Anfänge zu bringen.
Bereits 1594 wird der Maiengang erwähnt, jener Bestandteil des heutigen Johannisfestes, bei dem am Samstag die Schuljugend ins benachbarte Grebendorf zieht, um dort vom sogenannten "Schülersberg" die bereits geschlagenen Maien (Birkenbüsche) zu holen und wie in einem lebenden Wald in die Stadt zu tragen. Dr. Hildebrand hat nachgewiesen, dass jener - früher sogar mehrmals stattfindende - Maiengang ursprünglich nichts mit dem Johannisfest zu tun hatte. Jenes tritt erstmals in einer Eschweger Stadtrechnung von 1671 entgegen und war mit dem Ausschenken von Bier an Lehrer und Schüler verbunden. Erst um 1800 sind beide Elemente miteinander verbunden worden und entwickelten sich seitdem zu dem großen Eschweger Volksfest, wie wir es heute kennen.
Ursprünglich war das Johannisfest also der Schuljugend und der Lehrerschaft vorbehalten, und inwieweit sich die Bevölkerung daran beteiligt hat, wissen wir nicht. Der schreibende Weißbindermeister Hoferock berichtete im Jahre 1736, dass "die Herren Praeceptores (Lehrer) auf Johannis-Tag mit der Schule sich hinaus auf diesen Grieß (das Werdchen) verfügen, daselbst sich die Schüler mit allerhand Kurzweil erlustigen, und was sie vertrinken, wird von gemeiner Stadt bezahlet". Die städtischen Kosten beschränkten sich über lange Zeit allein auf die Bezahlung der Getränke. Erst im vorigen Jahrhundert ist dann von Tanzmusik und weiterem Beiwerk die Rede, und die Kosten des Festes stiegen allmählich. Ab 1803 durften auch die Mädchen teilnehmen. Um die gleiche Zeit wurde das Johannisfestlied von Kantor Gleim eingeführt, das ursprünglich gar nichts mit Eschwege zu tun hatte, sondern von Johann Friedrich Reinhardt komponiert und von Johann Ludwig Christoph Thilo gedichtet worden war.
Vor etwa 100 Jahren waren die wichtigsten Bestandteile des Festes schon so vorhanden wie heute; das Kränzewickeln am Freitagabend, der Maiengang von Grebendorf her am Samstagmorgen, mit Abschluss auf dem Marktplatz; der große Festzug am Sonntag mit anschließendem Volksfest auf dem Werdchen, und zum Abschluss der Montag als "Festtag der Einheimischen".
Eine Erneuerung des Festes mit festgelegten und inzwischen liebgewordenen Details erfolgte in den 20er Jahren, nicht zuletzt durch das 1926 von Rudolf Clermont verfasste Heimatspiel "Jutta von Eschwege". Seitdem reiten ein Herold und drei Johannisfestreiter dem Zug voran, und man singt das Lied "Ein Städtchen liegt am Werrastrand" zusätzlich zum älteren Johannisfestlied. Zum Johannisfest 1927 wurde die Eschweger Symbolfigur, der Dietemann, auf dem Uhrturm des Landgrafenschlosses installiert. Seit 1949 zieht er nicht nur dort seine Runden, sondern steigt zum Fest von seinem Turm herab und schließt sich dem Festzug leibhaftig an. Dabei ist er inzwischen nicht mehr allein, denn seit 1953 begleiten ihn zwölf Biedermeiermädchen, in Erinnerung daran, dass 150 Jahre zuvor erstmals die Mädchen am Fest teilnehmen durften.
Die Einbindung der Erwachsenen in die Festgestaltung verstärkte sich nach dem Zweiten Weltkrieg, und das Fest wurde nun erst richtig zu dem großen Volksfest der alteingesessenen Eschweger, der zugezogenen Vertriebenen und auch als der Einwohner der umgebenden Dörfer. Mit dieser Entwicklung war auch eine stetige Erweiterung des kulturellen Programmangebots verbunden; genannt seien nur die alljährlich am Freitagabend im Schlosshof dargebotene "Kleine Nachtmusik" von Mozart und die ab 1956 aufgeführten Heimatspiele. In den 60er Jahren kam es zu heißen Diskussionen über gezielte Erneuerungen des Festes, jedoch setzte sich die traditionelle Linie durch.
Heute wird das Johannisfest, meist schon am Donnerstagabend im Festzelt mit einem Konzert volkstümlicher populärer Musik eröffnet, welches vom Festwirt organisiert wird. Am Freitagabend drängen sich in den Straßen und Gassen der Innenstadt Besucher aus nah und fern, an zahlreichen Stellen spielen Musikgruppen für jedermanns Geschmack, und für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. Das traditionelle Kränzewickeln und die "Kleine Nachtmusik" gehen in diesem Getriebe fast unter. Samstag und Sonntag laufen hingegen mit dem traditionellen Maienzug sowie dem großen Festzug noch in gewohnter Weise ab. Abends ist Betrieb auf dem Festplatz Werdchen, vor den zahlreichen Buden und im Festzelt. Der Montag ist vor allem Treffpunkt für die Einheimischen im Festzelt, und am Montagabend gilt es noch einmal, die Angebote auf dem Festplatz zu nutzen, bevor mit einem großen Feuerwerk das Fest der Eschweger zu Ende geht.
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Eigens und nur zum Johannisfest weden von den heimischen Bäckereien die Johannisfest-Brötchen nach einem ganz speziellen und geheimen Rezept gebacken.
Die Ausgabe der leckeren, süßen Rosinenbrötchen zum Fest an die Schulkinder ist seit dem 17. Jahrhundert ein Brauch, der bis auf wenige Ausnahmen ununterbrochen bis heute beibehalten werden konnte.
Übrigens: Auch Sie können zum Festwochenende die besondere Köstlichkeit in den heimischen Bäckereien käuflich erwerben.
Guten Appetit!
Jahr | von - bis |
|---|---|
2026 | 18. Juni bis 22. Juni |
2027 | 17. Juni bis 21. Juni |
2028 | 22. Juni bis 26. Juni |
2029 | 5. Juli bis 9. Juli |
2030 | 4. Juli bis 8. Juli |
Für Ihre Langzeitplanung:
Das Johannisfest findet, sofern zu diesem Zeitpunkt die Sommerferien nicht bereits begonnen haben, am ersten Wochenende im Juli statt. Sollte das erste Juli-Wochenende bereits in den Ferien liegen, verschiebt sich das Johannisfest auf eine Woche vor Beginn der Ferien.
Der Magistrat der
Kreisstadt Eschwege
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