Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes

Stolpersteine in Eschwege 


Im November 2008 jährte sich zum 70. Mal der Pogrom gegen die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger im nationalsozialistischen Deutschland. Er bildete den Auftakt zu den systematischen Maßnahmen der Judenverfolgung und Judenvernichtung.

Auch in der Kreisstadt Eschwege wurden Menschen jüdischen Glaubens gedemütigt, drangsaliert und in Konzentrationslager abtransportiert. Die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Eschwege hat daher in ihrer Sitzung am 21. August 2008 einstimmig beschlossen, an dem Projekt „Stolpersteine“ teilzunehmen.

"Stolpersteine" ist eine Aktion des Kölner Künstlers Gunter Demnig, die im Jahr 1992 ins Leben gerufen wurde und an die Deportationen von Juden, Sinti, und Roma, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Behinderten durch die Nationalsozialisten erinnern soll.
Bei den Stolpersteinen handelt es sich um einen Betonwürfel in der Größe 10 x 10 cm, mit einer darauf verankerten Messingplatte. Auf dieser werden der Name eines NS-Opfers, der Jahrgang und das weitere Schicksal eines jedes einzelnen Opfers von dem Künstler mit Hammer und Schlagbuchstaben eingetragen. Die Steine werden jeweils vor dem letzten Wohnhaus des NS-Opfers in das Straßenpflaster eingelassen und wer auf die kleinen, blitzenden Messingplatten vor einer Hausfassade stößt, kann sich ihrer Wirkung nicht entziehen. Aus diesem Haus sind Bewohner während der Nazi-Zeit verschleppt worden. Hier liest man keine anonymen Zahlen, hier wird an individuelle Schicksale erinnert.
Am 11. März 2009 wurden nun die ersten Stolpersteine in der Kreisstadt Eschwege am Obermarkt und Stad, im Alten Steinweg sowie in Forst- und Schildgasse durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.

Verlegung Stolpersteine (fotografiert von K. Montag)  Verlegung Stolpersteine Gunter Demnig (fotografiert von K. Montag)

Am 21. Juni 2011 wurden weitere 12 Stolpersteine in der Eschweger Innenstadt verlegt. 10 davon hatte die Anne-Frank-Schule mit eigens gesammelten Spendengeldern finanziert. Unter anderen wurden die Gedenksteine von Ludwig Pappenheim (Schlossplatz 8) und Julius und Selma Kahn (Niederhoner Str. 54) im Beisein von Herrn Bürgermeister Heppe und Herrn Ersten Stadtrat und Stadtkämmerer Brill vom Künstler Gunter Demnig verlegt. "Die Erinnerung kommt spät, aber immerhin kommt sie", so die beiden Brüder Kurt und Günter Pappenheim, die eigens zur Verlegung des Gedenksteines ihres Vaters Ludwig Pappenheim in ihre alte Heimat Eschwege gereist sind.

Am 1. Dezember 2015 wurden drei Steine und am 17. März 2017 6 Stolpersteine in die Gehwege von Eschwege eingelassen.

Die letzten 9 Stolpersteine wurden am 23. März 2018 an drei Standorten verlegt. Insgesamt sind nun in Eschwege 150 Stolpersteine zu finden.

Für 120,00 Euro kann jeder eine Patenschaft zur Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung Eschwege ist Frau Dr. Spilker, Tel. 05651/304 - 281.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Künstlers: www.stolpersteine.com

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