Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes

Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

Stolpersteine in Eschwege  


Im November 2018 jährte sich die „Reichspogromnacht“ zum 80. Mal. In ganz Deutschland organisierte das nationalsozialistische Regime um den 9. November 1938 unzählige Gewaltexzesse gegen die jüdische Bevölkerung. In der Kreisstadt Eschwege erfolgten die öffentlichen Ausschreitungen bereits am 8. November. Die grausamen Ereignisse bildeten tatsächlich nur den Auftakt für die systematischen Maßnahmen der Judenverfolgung und den Massenmord. Auch viele Mitglieder der Eschweger jüdischen Gemeinde – Männer, Frauen und Kinder – wurden gedemütigt, drangsaliert und in Konzentrationslager abtransportiert. Im „Gedenken gegen das Vergessen“ hielt Bürgermeister Alexander Heppe am 9. November 2018 eine Rede in der ehemaligen Synagoge und heutigen Neuapostolischen Kirche. Hier gelangen Sie zum Flyer "Gedenken gegen das Vergessen".


Bereits 2008 hatte die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Eschwege einstimmig beschlossen, am Projekt „Stolpersteine“ teilzunehmen. Die Aktion wurde in den Folgejahren fortgeführt und fand im März 2018 mit insgesamt 150 Steinen einen vorläufigen Abschluss. „Stolpersteine“ ist ein Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, das 1992 ins Leben gerufen wurde. Es erinnert an die Menschen, die in den Jahren 1933 bis 1945 von den Nationalsozialisten vertrieben, verfolgt und ermordet wurden. In Eschwege wurden bisher Stolpersteine für ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, für Verfolgte der nationalsozialistischen Militärjustiz und für Opfer der „Euthanasie“-Morde verlegt. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um einen Betonwürfel in der Größe 10x10x10 cm, mit einer darauf verankerten Messingplatte. Auf dieser werden Name, Lebensdaten und Schicksal der betroffenen Person angegeben. Die Steine werden jeweils vor dem letzten freiwilligen Wohnsitz der Betroffenen in das Straßenpflaster eingelassen und wer auf die kleinen, blitzenden Messingplatten vor einer Hausfassade stößt, kann sich ihrer Wirkung nicht entziehen. Hier liest man keine anonymen Zahlen, hier wird an Einzelschicksale erinnert.       

  Verlegung Stolpersteine Gunter Demnig (fotografiert von K. Montag)

Verlegung eines Stolpersteins für Ludwig Pappenheim (Schlossplatz 8) im Beisein seiner Söhne Kurt und Günter Pappenheim am 21. Juni 2011 

Am 21. Juni 2011 wurden weitere 12 Stolpersteine in der Eschweger Innenstadt verlegt. 10 davon hatte die Anne-Frank-Schule mit eigens gesammelten Spendengeldern finanziert. Unter anderen wurden die Gedenksteine von Ludwig Pappenheim (Schlossplatz 8) und Julius und Selma Kahn (Niederhoner Str. 54) im Beisein von Herrn Bürgermeister Heppe und Herrn Ersten Stadtrat und Stadtkämmerer Brill vom Künstler Gunter Demnig verlegt. "Die Erinnerung kommt spät, aber immerhin kommt sie", so die beiden Brüder Kurt und Günter Pappenheim, die eigens zur Verlegung des Gedenksteines ihres Vaters Ludwig Pappenheim in ihre alte Heimat Eschwege gereist sind.

Am 1. Dezember 2015 wurden drei Steine und am 17. März 2017 6 Stolpersteine in die Gehwege von Eschwege eingelassen.

Die letzten 9 Stolpersteine wurden am 23. März 2018 an drei Standorten verlegt. Insgesamt sind nun in Eschwege 150 Stolpersteine zu finden.

Für 120,00 Euro können Einzelpersonen oder auch Gruppen und Institutionen die Patenschaft  zur Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung Eschwege ist Frau Dr. Spilker, Tel. 05651/304 - 281.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Künstlers: www.stolpersteine.com

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