Namenserklärungen für Eheleute, Lebenspartner und Kinder

Die Qual der Namenswahl - Information über die Möglichkeiten der Namensführung in der Ehe, in der Lebenspartnerschaft sowie für Kinder 

Die Namensführung in der Ehe

Trauringe

Die Unterschrift der Frischverheirateten im Heiratsbuch des Standesamts zeigt eine wichtige Entscheidung des Ehepaares, z.B. die Entscheidung für einen gemeinsamen Familiennamen.
Seit dem 1.4.1994 (Inkrafttreten des FamNamRG) gilt ein neues Namensrecht in Deutschland. 

Die Ehegatten können bei der Eheschließung oder auch zu einem späteren Zeitpunkt (keine Frist) den Geburtsnamen des Mannes oder der Frau zum Ehenamen (gemeinsamen Familiennamen) bestimmen. Der Name aus einer früheren Ehe kann erst seit dem Jahr 2005 zum Ehenamen bestimmt werden.

Die Ehenamensbestimmung ist unwiderruflich. Nur wenn die Ehe nicht mehr besteht kann ein früherer Familienname oder der Geburtsname wieder angenommen werden.

Kinder erhalten ebenfalls den Ehenamen der Eltern (siehe auch unsere Information zur Namensführung der Kinder nach dem neuen Kindschaftsrecht). Treffen Ehepaare keine Bestimmung (oder können sie sich nicht einigen), so behält jeder Ehegatte den von ihm zur Zeit der Eheschließung geführten Namen (getrennte Namensführung). 

Bei der Geburt eines Kindes muss bei getrennter Namensführung der Eltern eine Bestimmung getroffen werden, ob das Kind als Geburtsnamen den Namens des Vaters oder den Namen der Mutter erhalten soll. Diese Erklärung gilt dann auch für die weiteren Kinder.

Der Ehegatte, dessen Name nicht Ehename geworden ist, kann durch Erklärung vor dem Standesbeamten dem neuen Ehenamen seinen Geburtsnamen oder den bisher geführten Familiennamen voranstellen oder anfügen und damit persönlich in der Ehe einen Doppelnamen führen (späterer Widerruf ist möglich).

Zusätzliche Wahlmöglichkeiten bestehen, soweit ein Ehegatte eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, da auch eine Namensführung nach diesem Heimatrecht möglich ist. 
 
Beispiel:

Frau Elke Kirsche, geb. Apfel heiratet in zweiter Ehe Herrn Anton Birne.
 
Wird bei der Heirat keine Namenserklärung abgegeben, behält jeder seinen bisherigen Namen, es bleibt also bei Kirsche und Birne. Falls das Paar später doch einen gemeinsamen Familiennamen führen möchte, kann nachträglich eine entsprechende Namensbestimmung beim Standesamt getroffen werden. Diese Erklärung muss öffentlich beglaubigt werden (gemeinsame persönliche Vorsprache ist erforderlich).
Zum Ehenamen kann „Apfel" oder „Birne" bestimmt werden. Der Name „Kirsche" (aus der Vorehe der Frau) kann seit 2005 ebenfalls ausgewählt werden.
Entscheidet sich unser Traumpaar zum Beispiel für den gemeinsamen Familiennamen „Birne" (den erhalten dann auch die Kinder), dann könnte die Ehefrau - sofern sie einen Doppelnamen führen möchte - unter folgenden Kombinationen wählen:

Birne-Kirsche
Birne-Apfel
Kirsche-Birne
Apfel-Birne 
 
Der Gatte hätte natürlich auch die Möglichkeit, persönlich einen Doppelnamen (z.B. Birne-Apfel), falls sich das Paar auf den Ehenamen „Apfel" (Geburtsname der Frau) oder (z.B. Birne-Kirsche) zu führen, falls sich das Paar auf den Ehenamen „Kirsche" (Familienname aus der Vorehe der Frau) einigen würde. Er kann seinem neuen Ehenamen natürlich auch den Geburtsnamen anhängen (z.B. Apfel-Birne oder Kirsche-Birne).

Lebenspartnerschaften

Die Namensführung in der Lebenspartnerschaft

Da die Lebenspartnerschaft bei uns, jedes Bundesland hat es anders geregelt, nicht vor dem Standesbeamten, sondern vor der Mitarbeiterin / dem Mitarbeiter des Standesamts geschlossen wird, gilt auch bundesweit eine unterschiedliche Zuständigkeit hinsichtlich der Entgegennahme von Namenserklärungen.

Im Ergebnis ist es aber egal wer zuständig ist. Das Namensrecht ist überall gleich. Die vorgenannten Beispiele zur Namensführung in der Ehe sind auch für Paare, die eine Lebenspartnerschaft eingehen oder eingegangen sind, anwendbar.

KlapperstorchDie Namensführung der Kinder

Überwiegend erhalten Kinder ihren Familiennamen nach deutschem Recht. Ist ein Elternteil ausländischer Staatsbürger kann der Familienname auch entsprechend dieses Heimatrechts erteilt werden. Aufgrund der Vielfalt ausländischen Namensrechts mag hier dieser Hinweis genügen. Wenn nötig erhalten Sie alle erforderlichen Informationen in einem persönlichen Gespräch in unserem Standesamt. Die nachstehenden Informationen beziehen sich auf deutsches Namensrecht.

Für die Namensführung des Kindes ist wichtig ob die Eltern miteinander verheiratet sind und ob sie einen Ehenamen führen. Bei nicht verheirateten Eltern ist zu beachten, ob die Mutter das alleinige Sorgerecht besitzt oder ob vom Jugendamt gemeinsames Sorgerecht eingeräumt wurde.

  • Das Kind erhält den Ehenamen seiner Eltern. Voraussetzung ist, dass die Eltern den Ehenamen bereits zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes führen.
  • Führen die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes keinen Ehenamen und steht die elterliche Sorge bei der Geburt des Kindes nur einem Elternteil zu, so erhält das Kind den Familiennamen, den dieser Elternteil im Zeitpunkt der Geburt des Kindes führt. Führt dieser Elternteil einen Ehe- oder Lebenspartnerschaftsnamen, so gilt auch der diesem Namen vorangestellte oder angefügte Begleitname als Familienname und wird auf das Kind übertragen. Das Kind führt somit einen Doppelnamen.
  • Führen die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes keinen Ehenamen und steht ihnen die elterliche Sorge gemeinsam zu, so bestimmen sie den Familiennamen, den der Vater oder die Mutter zur Zeit der Erklärung führt, zum Geburtsnamen des Kindes. Als Familienname gilt auch der dem Ehe- oder Lebenspartnerschaftsnamen vorangestellte oder angefügte Begleitname. Treffen die Eltern binnen eines Monats nach der Geburt des Kindes keine Bestimmung, so teilt der Standesbeamte dies dem zuständigen Familiengericht mit. Das Familiengericht überträgt das Bestimmungsrecht einem Elternteil. Wird dem Elternteil für die Ausübung des Bestimmungsrechts vom Familiengericht eine Frist gesetzt und hat er den Namen des Kindes bis zum Ablauf der Frist nicht bestimmt, so erhält das Kind seinen Familiennamen als Geburtsnamen. Die Bestimmung des Geburtsnamens nach den vorstehend geschilderten Grundsätzen gilt auch für die weiteren Kinder der Eltern.
  • Führen Eltern keinen Ehenamen und begründen sie die elterliche Sorge erst, wenn das Kind bereits einen Namen führt, so kann grundsätzlich innerhalb von drei Monaten nach Begründung der gemeinsamen Sorge der Kindesname neu bestimmt werden.
  • Bei einem Kind kann sich der Geburtsname durch Namenserteilung/Einbenennung ändern, ohne dass sich die familienrechtlichen Beziehungen des Kindes ändern. Der sorgeberechtigte Elternteil und sein Ehegatte, der/die nicht Vater/Mutter des Kindes ist, erteilen dem Kind durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten ihren Ehenamen. Der Ehename kann dem Familiennamen des Kindes auch vorangestellt oder angefügt werden. Die Namenserteilung setzt voraus, dass das Kind im Haushalt der Einbenennenden lebt, es ledig und minderjährig ist und es der Einbenennung zustimmt. Es spielt keine Rolle mehr ob ein Kind ehelich oder nichtehelich geboren wurde. Die Einbenennung bedarf der Einwilligung des anderen Elternteils, wenn dieser Mitinhaber der elterlichen Sorge ist oder das Kind seinen Namen führt. Die fehlende Einwilligung des anderen Elternteils kann in bestimmten Fällen gerichtlich ersetzt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auch an anderen Stellen, z.B. über die Vornamen des Kindes.





Bearbeitungsgebühren:

Die Beurkundung oder Beglaubigung einer Erklärung, Einwilligung oder Zustimmung zur Namensführung ist gebührenpflichtig.

-> Zur Gebührenübersicht ...













Ansprechpartner:

Ansprechpartner
Email vcard Name Telefon Fax
E-Mail Visitenkarte Telefon (0 56 51) 304-262 Fax (0 56 51) 3 14 12
E-Mail Visitenkarte Telefon (0 56 51) 304-261 Fax (0 56 51) 3 14 12
E-Mail Visitenkarte Telefon (0 56 51) 304-263 Fax (0 56 51) 3 14 12

Bitte beachten Sie:
Zur Zeit ist es nicht möglich, rechtsverbindliche Erklärungen (z.B. Stellen von Anträgen, Einlegen von Rechtsbehelfen oder Rechtsmitteln etc.) per E-Mail an die Stadtverwaltung zu übermitteln. Benutzen Sie bitte für solche Erklärungen ausnahmslos die Briefpost oder das Telefax.
Die Kreisstadt Eschwege eröffnet keinen Zugang für die elektronische Kommunikation im Sinne des § 3a HVwVfG.

Ansprechpartner

Ansprechpartner
Sitzungstermine der
Städtischen Gremien

Städt. Gremien
Online Abfallkalender

Online Abfallkalender