Eschwege/Geisleden. Der Dreck fliegt ihnen sprichwörtlich nur so um die Ohren, doch das nehmen die zahlreichen Zuschauer des 34. int. ADAC Motocross in Geisleden (bei Heiligenstadt) billigend in Kauf. Direkt an der Rennstrecke stehend, jubeln sie ihren favorisierten Motorsportlern zu und unterstützen diese bei den vielen waghalsigen Sprüngen und Vollgasabfahrten auf den bis zu 450 Kilogramm schweren Maschinen. Die Unterstützung ist wichtig, denn das, was die „Crosser“ auf der Strecke leisten, ist mit dem bloßen Auge nicht immer direkt zu erkennen, aber absolut enorm. Fleck/Mader wieder da Nach über eineinhalb Jahren Abstinenz vom Motocross-Sport wurden Uwe Fleck (Langenhain) und Markus Mader (Bischhausen) wieder vom Ehrgeiz gepackt. Das Duo, das seit elf Jahren erfolgreich zusammen durch Deutschland reist und dabei u.a. siebenmal Deutscher Enduro-Meister und dreimal Motocross-Champion wurde, meldete sich für diese Saison zum Veteranen-Cup 2010 im Seitenwagen-Gespann an, an dem nur mit Cross-Rädern bis Baujahr 1984 gestartet werden darf. „Das ist die stärkste Motorsportklasse überhaupt, auch international“, meint Uwe Fleck und betont, dass nicht nur Gespanne aus Deutschland, sondern auch aus England, den Niederlanden, Belgien, Schweiz und Österreich mit dabei sind. Und das, was Fleck/Mader bislang zeigten, ist stark. Nach zwei vierten Plätzen in den ersten beiden Rennen (Laubus-Eschbach und Beuern) festigten sie in Geisleden mit einem überzeugenden dritten Platz ihren Bronze-Rang in der Gesamtwertung. In Geisleden nahmen 32 von insgesamt 57 Veteranen-Cup-Teams teil, die in der Qualifikation ihre Startreihenfolge für den 1,7 Kilometer langen Rundkurs ausfuhren. Bereits in dieser Phase unterstrichen Fleck/Mader ihre Ambitionen auf eine Top-Platzierung und erhielten vom zweiten Platz aus das Startsignal. Probleme beim Start warfen das Gespann sofort auf den neunten Rang zurück, was Anhänger und Team die Haare raufen ließ. Aber der Glaube an die eigene Stärke bei Uwe Fleck und Markus Mader wurde vom schlechten Start nicht beeinträchtigt und eine rasante Aufholjagd begann. Mit durchschnittlich 45 kmh und der Routine von hunderten von Rennen arbeiteten sie sich weit vor. Nach den üblichen 17 Minuten und einer Runde kamen sie abgekämpft, aber im stillen Bewusstsein, eine Glanzleistung vollbracht zu haben, als Dritte ins Ziel. Das Team stimmt Sofort ging es mit der Crossmaschine ins Fahrerlager, wo Mechaniker Marcel Cziollek und Betreuer Achim Bommhardt alle Hände voll zu tun hatten, den von der äußerst harten Strecke arg belasteten Seitenwagen bis zum zweiten Lauf wieder in Schuss zu bekommen. „In unserem Team stimmt alles“, wissen Uwe Fleck und Markus Mader, dass auch Cziollek und Bommhardt einen großen Anteil am Rennerfolg haben. Von Startplatz drei hatte Uwe Fleck erneut mit Problemen in der Anfangsphase zu kämpfen, als Sechster ging es über den ersten großen Sprung. Schon fast akrobatisch warf sich Beifahrer Markus Mader im Beiwagen in der Folge mit noch mehr Risiko gegen die Verläufe der Kurven, sodass der dritte Rang hinter den unangefochtenen Spitzenduos Schmid/Meusburger und Knübben/Schneider schon bald wiedergewonnen wurde. Mit einem Vorsprung von acht Sekunden vor dem Vierten konnte sich das heimische Cross-Duo erneut über einen hervorragenden dritten Platz freuen, der einen erfolgreichen Tag abrundete. (Dienstag, 27. Juli 2010)