In Rudolphs „kleiner Kneipe“
 

Lüderbach. „Mensch, die lassen aber heute lange auf sich warten.“ Anton Kraus fieberte bereits der Kirmesgesellschaft entgegen, die gestern mit den fünf Musikern Gerhard Buchenau, Udo Sauer, Horst Schüler, Max Baumbach und Volker Mey von Hof zu Hof gezogen ist.
„Das Umspielen ist eine außergewöhnliche Tradition am Kirmesmontag in Lüderbach, die Musik und die wohlwollende Verpflegung, für die in fester und flüssiger Form überall gesorgt wird, bringt das ganze Dorf auf die Beine“, erklärte Tochter Margit Rudolph. Sie hat mit Mutter Else und ihren Schwiegertöchtern Carolin und Iris deftige Kost vorbereitet, während die Söhne Marc und Thorsten kühle Getränke und hochprozentige Verdauungsschnäpse reichten.
„Die Verpflegung unterwegs ist ganz unterschiedlich, es gibt Herings- oder Nudelsalat, Käse- und Pizzabrötchen. Bei uns ist es so Tradition, dass wir Pellkartoffeln und Hausmacherwurst auf den Tisch und in die Hände bringen“, weiß Margit Rudolph, dass sie damit den Geschmack der Lüderbacher trifft. Und als Ständchen wünschte sie sich „Rot, rot, rot, rot sind die Rosen“, dagegen entschied sich für Papa Anton für eine völlig andere Richtung, für ihn intonierte das Quintett den „Egerländer Musikantenmarsch“ von Ernst Mosch.
Als dann auch noch „Die kleine Kneipe“, einst von Peter Alexander gesungen, auf der Wunschliste stand, war die Assoziation perfekt, denn längst war Rudolphs Hof mit einer Kneipe zu vergleichen. Erika und „Heini“ Schotte hatten zu Hause alles für die umherziehende Kirmesgesellschaft vorbereitet - bei dem ehemaligen Mitarbeiter der Eschwege Klosterbrauerei gibt es alle Jahre wieder Fassbier -, um sich aber schon vorher bei den Rudolphs unter das Volk zu mischen: „Es macht immer wieder Spaß, unser Kirmesmontag sucht seinesgleichen“, schwärmte Heinrich Schotte, um sich dann auf den Weg nach Hause zu begeben.
„Es hat alles prima geklappt, wir sind mit dem Verlauf der Kirmes sehr zufrieden“, sagte erneut Margit Rudolph. Das durfte sie auch, denn sie führt die Gymnastikdamen des Ortes, die diesmal die Federführung der Organisation übernommen hatten und wie gewohnt am Sonntag Kaffee und leckere Torte im Festzelt servierten. Das Finale steigt am heutigen Abend, wenn nach dem Zeltabbau im Dorfgemeinschaftshaus die Kirmes mit dem Eieressen begraben wird. Die Menge, die auf die Teller kommt, hängt von der gespendeten Anzahl ab, die Kerstin Lorbach während des Umspielens mit ihrer Kötze einsammelt. Gestern in der Mittagszeit sah es bereits nach einem reichhaltigen Mahl aus.
Da bleibt nur, allen Lüderbachern einen „Guten Appetit“ zu wünschen. (Dienstag, 27. Juli 2010)

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