Vom Erdboden verschluckt
 

Frankenhain. Im Meißnervorland geht unter Katzenbesitzern die Angst um. In den vergangenen sieben Wochen sind in Frankenhain mindestens 20, in Wolfterode mindestens sieben und in Frankershausen zwei Katzen verschwunden. Weitere Verluste werden aus Abterode und Eschwege gemeldet. Jede der Katzen war nach einem Wochenende nicht mehr aufzufinden. „Zwischen Freitagabend und Montagmorgen verschwinden unsere Katzen“, berichtet Alexandra Lichtblau aus Wolfterode, die ihren weißen Kater Simba vermisst. Auffällig: In diesem Zeitrahmen wurden keine Katzen auf den Straßen überfahren, ebensowenig wurden tote Katzen mit Vergiftung gefunden. Wieso also verschwinden in so kurzer Zeit so viele Katzen?
Die Katzenbesitzer haben keine bewiesene Erklärung für das Verschwinden. Sie vermuten, dass jemand gezielt die Katzen einsammelt. Denn ein Ausreißen der Stubentiger wäre untypisch. „Meine Mäuschen wäre niemals weggelaufen“, erzählt Katzenbesitzerin Ursula Blume aus Frankenhain. Katze Mäuschen, die nur noch einen Teil des Schwanzes besaß, hatte gerade einen Wurf Junge und war jeden Tag regelmäßig zu Hause. „Wieso hätte sie weglaufen sollen?“
Auch von Kater Simba aus Wolfterode fehlt weiterhin jede Spur. Alexandra Lichtblau ist verzweifelt. Auf das schneeweiße Tier von ihr sind sogar 200 Euro Belohnung ausgesetzt. Sogar zwei Katzenbabys sind aus einer Scheune verschwunden. Die Kleinen wären noch gar nicht dazu fähig, lange Strecken zu laufen, berichten die Besitzer. Sie sind hilflos. Keiner weiß, wohin und weswegen die Katzen verschwinden. Ein Tier ist jetzt nach vier Wochen Abwesenheit wieder aufgetaucht. Katzen sind bekannt dafür, auch lange Strecken nach Hause zurückzufinden. Trotzdem bleiben 30 Katzen aus dem Meißnervorland wie vom Erdboden verschluckt. Bei sämtlichen Tierheimen der Umgebung, Tierschutzvereinen und Katzenstationen haben die Besitzer bereits angerufen. Dort weiß man auch von nichts.
Die Katzeneltern waren an den vergangenen Wochenenden jetzt besonders aufmerksam. „Fährt nachts ein fremdes Auto durch die Straßen, werden wir misstrauisch“, erzählt Alexandra Lichtblau. Auf die Lauer legen könne man sich nicht die gesamte Nacht. Sie bitten, dass auch die Bevölkerung die Augen offen hält. „Wenn irgendjemand Hinweise hat, soll er sich bitte melden“, ist der Wunsch der Katzenbesitzer. Telefon 0 56 57/71 40.  (Dienstag, 27. Juli 2010)

2. Footer :: Eschwege
by active-City V2.3.7