„Open Flair nicht Loveparade“
 

Eschwege. Trotz der tödlichen Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg sieht der Chef des Open-Flair-Festivals, Alexander Feiertag, kein größeres Sicherheitsrisiko für die Großveranstaltung Mitte August in der Eschweger Innenstadt. Die beiden Musikevents hätten zu verschiedene Charakter, als dass sie miteinander vergleichbar wären.
Bei der Loveparade, so Feiertag, verhalte es sich ähnlich wie bei einem Fußballspiel - alle Besucher wollten zur gleichen Zeit an den gleichen Ort. Beim Open Flair würden sich die Besucherströme viel besser verteilen.
Gleichwohl nehme man das Thema Sicherheit sehr ernst - nach der Katastrophe von Duisburg sogar noch ernster. Feiertag hat unter dem Eindruck der Geschehnisse vom Wochenende für diesen Donnerstag zu einer erneuten Konferenz zwischen den Festival-Organisatoren, der Polizei, Feuerwehr, den Rettungskräften und dem Eschweger Ordnungsamt eingeladen. Und das, obwohl eine ähnliche Zusammenkunft bereits vor 14 Tagen stattgefunden hatte, um die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen abzustimmen.
„Überall dort, wo mehr als 1000 Menschen zusammenkommen, kann immer etwas passieren“, sagt Feiertag. Daher werde das Sicherheitskonzept des Open Flairs Jahr für Jahr überarbeitet. So habe man bereits vor Jahren professionelle Firmen mit der Einlasskontrolle beauftragt, die im Notfall auch bei einer Panik geschult Leitfunktionen übernehmen könnten.
Barrieren verhindern
den Druck der Massen
Auch auf dem Werdchen selber, wo die Menschenmassen sich vor den Bühnen drängen, sei für die Sicherheit der Gäste gesorgt, versichert Feiertag. Vor der Haupt- und der Freibühne werde man in verschiedenen Abständen Barrieren errichten, damit sich bei einem Konzert kein übermäßiger Druck durch die Masse auf die vorderen Reihen aufbauen könne. Zudem würden - in Abstimmung mit Polizei und Rettungskräften - auf insgesamt 42 Metern Notausgänge dafür Sorge tragen, dass bei einer Panik die Menschenmassen vom Gelände abfließen könnten.
„Wenn eine Panik ausbricht, dann ist sie nicht mehr steuerbar“, sagt Feiertag. Daher sei es Aufgabe der Organisatoren, alle möglichen Szenarien bereits im Vorfeld durchzudenken und die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen zu installieren. „Ich glaube, wir haben alles getan, um ein möglichst sicheres Festival zu gewährleisten.“
Täglich werden 15 000
Besucher erwartet
Beim Open-Flair-Festival vom 12. bis 15. August werden täglich über 15 000 Besucher auf dem Eschweger Werdchen erwartet. Die Musikveranstaltung rangiert damit unter den fünf größten Festivals Deutschlands.  (Dienstag, 27. Juli 2010)

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