Eschwege. Das Woolworth-Kaufhaus in der Eschweger Innenstadt bleibt erhalten. Gestern gab der Insolvenzverwalter Ottmar Herrmann bekannt, dass für 158 der bundesweit 162 Filialen ein neuer Mietvertrag ausgehandelt werden konnte. Damit steht der Übernahme von Woolworth durch das Konsortium mit dem neuen Haupteigentümer Tengelmann nichts mehr im Weg. Aufatmen können die 37 Mitarbeiter der Eschweger Filiale. Sie erhielten im Zuge der Einigung neue Verträge. Von den insgesamt 4300 Mitarbeitern in Deutschland verlieren lediglich 120 ihren Job, so Insolvenzverwalter Herrmann gestern. Unter den vier Filialen, die geschlossen werden, befindet sich unter anderem auch die in Kassel. Dabei hatte es auch lange für Eschwege nicht gut ausgesehen, denn die Verkaufsräume in der Fußgängerzone waren eigentlich zu groß, um in das Konzept der neuen Eigner zu passen. Das sieht nämlich Flächen von maximal 2000 Quadratmetern vor, in Eschwege beträgt sie rund 2700 Quadratmeter. Die Einigung zwischen den Eigentümern um Tengelmann und den Vermietern, allen voran die Finanzgruppe Cerberus, ist nun 15 Monate nach dem Insolvenzantrag der Woolworth-Warenhauskette erfolgt. Das neue Konzept, so Insolvenzverwalter Hermann, habe alle Beteiligten überzeugt. Man blicke auf eine gelungene Restrukturierung in einem schwierigen Marktumfeld zurück. Zudem sei es gelungen, fast alle Arbeitsplätze zu erhalten. Das Kaufhaus lebt - wenn man es richtig macht. Dieter Schindel, Vorsitzender der Geschäftsführung Nun werden die verbliebenen Filialen sukzessive mit neuen Waren, teilweise von dazugewonnenen Lieferanten bestückt. Der Eindruck, dass es in manchen Läden im Moment etwas leerer sei als sonst, sei auf diese Umstellung zurückzuführen, sagte ein Sprecher gestern. Diese würde wohl auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber in den kommenden Wochen oder Monaten ändere sich das Bild wieder, so der Sprecher weiter. Filialnetz vor Ausbau „Woolworth ist eine starke Marke mit langer Tradition und guten Zukunftsperspektiven. Wir sind alle fest überzeugt, dass der Neuanfang gelingt. Das Kaufhaus lebt - wenn man es richtig macht“, sagte Dieter Schindel, Vorsitzender der Geschäftsführung. Langfristiges Ziel ist die Verdichtung des Filialnetzes auf 500 Kaufhäuser in Deutschland. In den kommenden Jahren sollen die bestehenden Filialen sukzessive renoviert und auf ein optimiertes Markenbild umgestellt werden. (Mittwoch, 28. Juli 2010)